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73.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Ausser deiner Schwelle bin ich Jeden Zufluchtsort's beraubt, Habe ausser diesem Thore Keine Stelle für mein Haupt.

Meinen Schild werf' ich zu Boden, Zieht der Feind sein rasches Schwert: Bin ja mit dem Schwert der Klage Und des Seufzers nur bewehrt.

Wesshalb soll vom Dorf der Schenke Wenden ich mein Angesicht? Gibt es doch für mich hienieden Eine bess're Strasse nicht.

Wird die Garbe meines Lebens Von des Schicksals Brand verzehrt. Nun, wohlan! in meinem Auge Hat sie keines Halmes Werth.

Sklave des so kühnen Auges Jenes Schlanken nenn' ich mich, Der, berauscht vom Hochmuthsweine, Nie auf And're blickt als sich.

Allenthalben droht am Wege Eine Schlinge mir Gefahr, Und die einz'ge Zufluchtsstätte Bietet mir Sein Lockenhaar.

Reite mit gehalt'nem Zügel, Kaiser du im Schönheitsland! Denn wo wäre nicht ein Kläger Aufgestellt am Strassenrand?

Thue Keinem was zu Leide, Handle sonst wie's dir beliebt, Weil's nach unserem Gesetze Keine and're Sünde gibt.

Seinen Fittich hält der Unbild' Adler um die Stadt gespannt, Und es liegt kein Klausnerbogen Und kein Seufzerpfeil zur Hand.

Gib den Herzensschatz Hafisens Nicht dem Haar und Maale Preis, Weil denn doch nicht jeder Schwarze Solch' ein Gut zu hüten weiss.

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