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7.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Jetzt, wo auf der Flur die Rose Aus dem Nichts in's Sein getreten Und die Veilchen ihr zu Füssen Mit gesenktem Haupte beten,

Sollst du Morgenwein geniessen Bei der Def und Harfe Klange Und das Kinn des Schenken küssen Bei der Flöt' und Laute Sange.

Darfst ja Liebe, Wein und Harfe Nicht, wenn Rosen blüh'n, entbehren, Die, den Lebenstagen ähnlich, Eine kurze Woche währen.

Durch das Sternenhaus der Blumen Glänzt, dem Himmel zu vergleichen, Diese Erde unter'm Schutze Glücklicher und froher Zeichen.

Lass den Glauben Zoroaster's Auf den Fluren neu erblühen, Neu, entbrannt von Nimrod's Feuer, Ringsherum die Tulpen glühen.

Trinke Wein, gereicht vom Zarten, Der wie 'Îsa's Hauch beseelet; Doch die Mährchen lass bei Seite, Von Thĕmūd und 'Âd erzählet.

Durch die Lilien und die Rosen Ward die Welt zum ew'gen Garten; Doch was frommt's? Kann man doch nimmer Ewiges in ihr erwarten.

Wenn, wie Salomon, die Rose Auf des Windes Gaul sich schwinget, Naht der Vogel früh am Morgen, Der, wie David, Psalme singet.

Einen Becher, der vom Weine Überströmt, sollst du dann leeren, Um Māhmūd, des Glaubens Säule, Salomon's Ăssāf zu ehren;

Such', Hafis, in seinen Tagen Ew'ge Lust dir zu bereiten, Und sein milder Schatten währe Durch die Dauer ew'ger Zeiten!

Bringe Wein! Denn stete Hilfe Will Hafis von dem begehren, Der erbarmend sie gewährte Und sie fürder wird gewähren.

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