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62.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Schöner als der Gau der Schenke Ist fürwahr kein Ort: Fände doch mein greiser Scheitel Ein Asyl einst dort!

Was mit Inbrunst ich verlange, – Wesshalb bärg' ich's dir? Ist ein Fläschchen Wein, ein Schöner, Und ein Lustrevier.

Meine Heimath ist der Schenke Frohes Vaterland, Und mein Rai ein Rai der Götzen: Hab' ich nicht Verstand?

Was behauptest du, im Tempel Sei kein Thor gleich mir? Nur ein zweigesicht'ger Wüstling Äussert so sich hier.

Sei bescheiden, da nicht Jeder Altklug sprechen kann: Nur ein Rai ist es im Stande Oder ein Brăhmān.

Du nur füllest mir, o Götze, Des Gemüthes Raum; Du allein bist meine Sorge: And'rer acht' ich kaum.

Habe Mitleid mit dem wüsten, Leidenden Hafis, Denn es folget ja ein Morgen Auf das Heut' gewiss.

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