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6.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Der du durch Wuchs und Reize Das Herz entwendet mir! Du kümmerst dich um Keinen, Und Alle huld'gen dir.

Bald deinen Pfeil, bald Seufzer Zieh' aus dem Herzen ich: Wie sag' ich dir, o Seele, Was ich schon litt um dich?

Beschrieb' ich Nebenbuhlern Die Lippen von Rubin? Frommt nimmer doch den Thoren Ein schön gefärbter Sinn.

Es mehrt sich deine Schönheit So oft es wieder tagt, Drum sich, dir gegenüber, Der Mond hervor nicht wagt.

Du nahmst das Herz, ich gebe Auch noch die Seele dir; Hab' Gram's genug: was schick'st du Den Gram als Zöllner mir?

Hăfīs, weil du betreten Der Liebe Heiligthum, So fasse Ihn beim Saume, Entsagend Allem drum.

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