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58.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Schürzte auch mir Seine Locke Einen Knoten in mein Thun, Hoff' ich doch, durch Seine Gnade, Eine frohe Lösung nun.

Halte meiner Wangen Röthe Für der Freude Zeichen nicht: Denn, wie durch ein Glas, so schimmert Herzblut mir durch's Angesicht.

Durch des Sängers Weisen werde Aller Fassung ich beraubt; Ach, mir ist in diese Weisen Einzustimmen nicht erlaubt!

Vor das Heiligthum des Herzens Stell' ich Nachts mich wachend hin, Einlass in dies Zelt gewährend Dem Gedanken nur an Ihn;

Und es schlief durch Seinen Zauber Meines Glückes Auge ein; Doch das Lüftchen, das mich gnädig Wieder weckt, wo mag es sein?

Jener Zauberdichter bin ich, Dem aus seinem Schreibe-Rohr, Durch die Wundermacht des Wortes, Zucker quillt und Kand hervor.

Ich betrat der Liebe Wüste, Hoffend hundertfält'ges Glück; Führer des verirrten Herzens, Lass mich ja nicht hier zurück!

Niemals kann ich Ihn erblicken: Gleich dem Winde eilt Er fort! D'rum, wem sage ich, er sage Meinem Freund ein holdes Wort?

„Alles trägt – so sprach Er gestern – An Hafis der Falschheit Spur.“ Sprich, mit wem hab' ich zu schaffen Als mit deinem Thürstaub nur?

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