Skip to content
1357

43.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Wo, Ostwind, ist der Ruheplatz, Den sich der Freund erwählt, Wo ist der Wohnort jenes Mond's, Der Liebende entseelt?

Schwarz ist die Nacht; das sel'ge Thal' Zeigt sich dem Blicke dort; Wo ist das Feuer Sinaï's, Wo der verheiss'ne Ort?

Die Spuren der Zerstörung trägt Wer auf der Welt erschien: Wo weilt der Nüchterne? O fragt In Schenken nur um ihn!

Wer gut auf Zeichen sich versteht, Ist ein willkomm'ner Mann: Viel Zartes gibt's: wo ist der Freund Dem man's vertrauen kann?

Wohl jedem meiner Härchen gibst Du tausendfach zu thun: Ich und der müssig Tadelnde, Wo sind wir Beide nun?

Die Weisheit ras't; man lasse sie Die Moschuskette schau'n; Im stillen Winkel weilt das Herz: Wo sind des Holden Brau'n?

Bereit sind Sänger, Rosen, Wein; Doch fehlt der Freund; drum scheint Die Freude nicht bereit zu sein: Wo aber ist der Freund?

Des Scheïches Zellen-Einsamkeit Presst mir nur Unmuth aus: Wo ist der Freund, das Christenkind, Und wo des Rausches Haus?

Hafis, der Herbstwind des Geschick's Vorstimme ja dich nicht! Wo blüht – dies überlege dir – Die Rose die nicht sticht?

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
43. · Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ · Poetry Cove