Skip to content
1357

39.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Giesst auf diese Art der Schenke Hellen Wein in den Pocal, Macht er zu beständ'gen Trinkern Die Gelehrten allzumal;

Legt er so das Korn des Maales Unter seiner Locken Ring, Schaut er manchen Weisheitsvogel, Der in diesem Netz sich fing.

O des glücklichen Berauschten, Der nicht weiss beim Weingenuss, Ob er Mütze oder Schädel Schleudert an des Zechfreund's Fuss!

Rohe Gier nur kennt der Frömmler; Alles läugnet er; allein Gar gekocht wird bald er werden, Blickt er auf den rohen Wein.

Strebe du bei Tag nach Tugend, Weil bei Tag des Weines Trank Mit des Dunkels Rost beleget Herzen wie ein Spiegel blank.

Der Moment um Wein zu trinken, Der da glänzt in Morgenpracht, Ist, wenn ihren Abendschleier Wirft um's Himmelszelt die Nacht.

Sei auf deiner Hut und trinke Nimmer mit dem Stadtvogt Wein: Denn er trinkt den Wein und schleudert Auf das Glas dir einen Stein.

Aus der Sonnenmütze hebe Du das Haupt empor, Hafis, Wenn das Glück auf jenen Vollmond Deine Loose fallen liess.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
39. · Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ · Poetry Cove