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38.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Reich' von jenem Wein der Liebe – Jeden Rohen kocht er gahr – Sind wir gleich im Fastenmonde, Ein gefülltes Glas mir dar!

Tage schwanden seit ich Armer Nicht berührte zärtlich warm Eines Buchsgestalt'gen Wade Eines Silberleib'gen Arm.

Es erscheint, o Herz, die Faste Als ein Gast hochangeseh'n: Ein Geschenk ist sein Verweilen, Eine Huld sein Weitergeh'n.

Auf die Klosterpforte flieget Wohl kein kluger Vogel jetzt, Weil man ihm in jeder Predigt Eine Falle hingesetzt.

Wenn ein Frömmler mich verfolget, Klag' ich nicht: es will der Brauch, Dass, wenn erst der Morgen graute, Ihm der Abend folge auch.

Setzt mein Freund um lustzuwandeln Auf die Wiese hin den Fuss, Bote Ostwind, o dann bringe Du von mir ihm einen Gruss;

Sag' ihm: „Wird, wer Früh und Abends Stets nur reinen Wein geniesst, Sich des Mannes wohl erinnern, Der nach Hefe durstig ist?“

Wird, Hafis, dir vom Ăssāfe Deines Herzens Recht verwehrt, Dann erreichst durch Eigenwillen Du gar schwer was du begehrt.

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