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3.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Der verlorne Joseph kehret – Traure nicht – nach Kanaan: Bald füllt sich des Grames Zelle – Traure nicht – mit Rosen an.

Tröste dich, bald wird es besser, Herz, das stets nur Gram empfand, Denn es kömmt dies Haupt, das wirre. – Tröste dich – noch zu Verstand.

Wenn der Lenz des Lebens wieder Thronet auf dem grünen Feld, Spannst du über's Haupt, o Sprosser, – Traure nicht – ein Rosenzelt.

Hoffe stets, wenn auch dein Scharfsinn Das Verborg'ne nicht entdeckt: Hinter'm Vorhang gibt es Spiele, – Traure nicht – gar tief versteckt.

Hat des Himmels Dreh'n zwei Tage Unserm Wunsche nicht willfahrt, – Traure nicht – denn was sich drehet Ist veränderlicher Art.

Wenn aus Sehnsucht nach der Kába Du der Wüste Sand betrittst, – Traure nicht – wenn auch durch Dorne Du Verletzungen erlittst.

Herz, scheint durch den Strom des Übels Dir des Lebens Bau zerstört, – Traure nicht – am Ruder sitzet Nöe, der die Fluth beschwört.

Ist der Weg auch sehr gefährlich Und das Ziel nicht abzuseh'n, – Traure nicht – denn jede Strasse Muss denn doch zu Ende geh'n.

Wenn mich des Geliebten Trennung Und der Nebenbuhler kränkt, – Traure nicht – Gott weiss dies Alles, Er, der alles fügt und lenkt.

Weilst, Hafis, im Armuthswinkel Du allein bei finst'rer Nacht. – Traure nicht – so lang du betest Und der Koran bei dir wacht.

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