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28.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Ein Weggefährte, der bei diesen Zeiten Vom Treubruch wäre rein, Kann, nebst der Flasche, voll von laut'rem Weine, Das Liederbuch nur sein.

Entkleidet wandle, denn der Pass des Heiles Ist gar so eng und schmal; Das Glas ergreife, denn das theure Leben Kehrt nicht zum zweiten Mal.

Nicht ich nur bin es, den auf dieser Erde Unthätigkeit betrübt; Auch die Gelehrten trauern, dass ihr Wissen Sich nicht in Thaten übt.

Das Auge des Verstand's, auf diesem Pfade, Wo Zwist nur herrscht und Streit, Sieht in der Welt und ihrem eitlen Treiben Nur Unbeständigkeit.

Gar viele Hoffnung nährte ich im Herzen, Dir liebend einst zu nah'n: Allein der Tod, der Hoffnung Wegelag'rer, Droht auf der Lebensbahn.

Ergreif' die Locke eines Mondgesichtes, Und sage nimmermehr, Es stamme Glück und Unglück von der Venus Und vom Saturn nur her.

Nie trifft man ihn, wie auch die Zeit sich wende, Im Stand der Nüchternheit, So dass es scheinet, mein Hafis sei trunken Vom Wein der Ewigkeit.

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