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27.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Nichts von deiner Lage schriebst du, Während mancher Tag schon schwand; Wär' ein Trauter hier, ich hätte Manche Nachricht schon gesandt.

Nein, an meinem hohen Ziele Lange nimmermehr ich an, Tritt nicht deine Huld entgegen Manchen Schritt mir auf der Bahn.

Kam das Weinfass in die Krüge Und erschloss die Rose sich, Dann geniess' der Lust und labe An so manchem Glase dich!

Kandel ist, vermengt mit Rosen, Für mein Herz nicht Arzenei: Menge lieber manche Küsse Manchem zarten Vorwurf bei!

Eile, Frömmler, dich zu retten Aus der Zechgesellen Kreis: Denn der Umgang mancher Bösen Gibt dich der Verwüstung Preis.

Von des Weines Schande sprachst du, Sprich nun auch von seinem Ruhm Und verbanne nicht die Weisheit, Bät' auch mancher Nied're d'rum.

O Ihr Bettler an der Schenke! Gott ja habt zum Freunde Ihr: Darum sollt Ihr nicht auf Gnade Hoffen bei so manchem Thier.

Wie so schön der Greis der Schenke Zu dem Hefetrinker spricht: „Sprich von dem verbrannten Herzen Mit so manchen Rohen nicht!“

Lust nach deiner Sonnenwange Hat Hafisen ganz verbrannt; Blick', o Glücklicher, auf Manchen, Der nur Unglück hat gekannt!

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