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23.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Gestern Abends gab der Sprosser – Pēhlĕwī nur sprach sein Mund – Hoch vom Zweige der Zipresse Lehren hohen Sinnes kund:

„Komm, denn wie das Feuer Moses“ – Sprach er – „glüht die Rose auch; Merke dir was über Einheit Dich hier lehrt der Rosenstrauch.“

In gereimten Tönen scherzen Vogel in dem Gartenhain: Bei altpersischen Ghaselen Trinke denn der Meister Wein!

Es geniesst auf grober Matte Sichern Schlaf der Bettelmann: So ein Glück trifft man nicht immer Auf dem Fürstenthrone an.

Nur das Mährchen von dem Glase Liess Dschĕmschīd der Welt zurück; Hüte dich dein Herz zu binden An das eitle Erdenglück!

Treffend sprach zum Sohn der Bauer Den gebeugt der Jahre Last: „O mein Augenlicht! Du erntest Nur was du gesäet hast.“

Deines Auges Blicke haben Schwarz gefärbt der Menschen Haus; Mög' der Hochmuthsrausch dir schwinden, Denn noch triebst du ihn nicht aus.

Lass ein Wunder dir erzählen Vom verkehrten Menschenloos: „Jener Freund mit Issa's Hauche Gab mir, ach, den Todesstoss!“

Gab der Schenke denn Hafisen Mehr als was gebührend war? Denn dem Mēwlĕwī-Turbane Hängt verwirrt herab das Haar.

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