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22.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Eine Botschaft, also lautend, Sandte gestern mir ein Freund: „Du, aus dessen Rohr ein Tropfen Mir das Schwarz des Auges scheint!

Da das Schicksal nach zwei Jahren Wieder dich gebracht nach Haus, Warum kömmst du aus dem Hause Deines Meisters nicht heraus?“

Ich entgegnete und sagte: „Halte für entschuldigt mich: Nicht aus Eigensinn und Dünkel Wandle diese Strasse ich:

Heimlich ist auf meinem Wege Stets ein Scherge aufgestellt, Der in Händen eine Klagschrift, Einer Natter ähnlich, hält,

So dass, wenn des Meisters Schwelle Überschreiten will mein Fuss, Er mich packt und ich dann schmählich In den Kerker wandern muss.

Doch mir ist des Meisters Wohnung Eine Burg, ein Zufluchtsort: Athmete nur irgend Jemand Von des Richters Leuten dort,

Steht der kräft'ge Arm der Diener Des Vesir's mir hülfreich bei, Und mit Einem Schlage spalte Ich den Schädel ihm entzwei.

Doch, wie kann ich also sprechen, Da durch Kief mit Nun vereint, Nur die Ehre ihm zu dienen Als mein wahrer Grund erscheint?

Offen sei sein Thor dem Glücke, Und der Himmel von Azur Schmücke mit der Sonne Gürtel Sich zu seinem Dienste nur!“

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