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2.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Ich schrieb an meine Freundin Mit meines Herzens Blute: „Mir ist wie am Gerichtstag, Getrennt von dir, zu Muthe.

Mein Aug' hat hundert Zeichen Die Trennung zu bewähren: Das einz'ge Zeichen leider Sind nicht die vielen Zähren;“

Und was ich auch versuchte, Es wollte nicht gelingen: Versucht man schon Versuchtes, Wird es nur Reue bringen.

Mit einem Arzt berieth ich Mich meiner Freundin wegen; Er sprach: „Qual bringt die Nahe, Doch die Entfernte – Segen.“

Jäh hob der Ost den Schleier Von meines Mondes Wangen: Da schien die frühe Sonne Aus Wolken aufgegangen.

Ich sprach: „Man wird mich tadeln, Wenn ich dein Dorf umschleiche.“ Bei Gott! wo ist die Liebe, Die Tadel nicht erreiche?

Gib was Hafis begehrte: Ein Glas. Bei'm süssen Leben! Es wird ihm die Genüsse Der Wunderschale geben.

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