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132.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Wer Ruhe des Gemüth's besitzt Und einen zarten Freund, Dem Glücke hat er sich gesellt, Der Seligkeit vereint.

Des Liebesheiligthumes Thron Reicht über den Verstand Und seine Schwelle küsset nur Wer Muth zum Sterben fand.

Wohl scheint das Siegel Salomon's Sein enger, süsser Mund: Beherrscht ja Sein Rubinenring Das ganze Erdenrund.

Von Moschus hat Er einen Flaum Und Lippen von Rubin; Und da er dies und jenes hat, So schwärme ich für Ihn.

So lang du auf der Erde weil'st, Benütz' die Kräfte gut, Da viele Unkraft durch die Zeit Tief in der Erde ruht.

O Reicher, blick' verachtend nicht Die schwachen Dürft'gen an: Den ersten Platz im Ehrensaal Hat ja der Bettelmann.

Der Seele und des Leibes Noth Wird durch's Gebet gelähmt: Wem frommt die Garbe, wenn sie sich Des Ährenlesers schämt?

Erkläre, Ostwind, mein Gefühl Dem Schönheitsfürsten du, Ihm, der da hundert Sklaven zählt Wie Dschem und Kjĕïchŏsrū;

Und sagt er: „Keinen armen Freund, Hafisen gleich, will ich,“ So sprich: „Wohl setzt ein Sultan auch Zu einem Bettler sich.“

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