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124.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Welch' ein Lärm, o Herr, brach Morgens In dem Gau der Schenke aus? Liebchen, Schenke, Licht und Fackel, Alles war in Saus und Braus;

Man besprach sich über Liebe, Die nicht Zeichen braucht noch Schall. Bei der Flöte sanften Klage Und der Pauke lautem Hall.

Was in jenem tollen Kreise Man Erwähnungswerthes fand, War erhaben über Schulen Und gelehrter Fragen Tand.

Dankbar ist mein Herz dem Schenken Für die Freundlichkeit des Blick's: Doch beklagt es sich ein wenig Über Ungunst des Geschick's.

Jenes kühne Gauklerauge – Analogisch schliesse ich – Führte Tausende von Zaub'rern, So wie einst Sămīr mit sich.

„Weise – sprach ich – meiner Lippe Nur ein einz'ges Küsschen an!“ Lächelnd sprach Er: „Hast du jemals Ähnliches mit mir gethan?“

Glück lässt mein Gestirn mich hoffen, Weil ich gestern Abends fand, Dass dem Monde gegenüber Meines Freundes Wange stand.

Freundesmund heilt alle Schmerzen, Meinte stets Hafis; allein Als dies Mittel ich versuchte, War's, o Jammer, gar so klein!

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