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121.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Um dem alten Weinverkäufer Glück zu wünschen, kam der Ost: Denn es kam die Zeit der Freude, Wo man schwelgt und trinkt und kos't,

Und die Luft ward zum Messias; Ganz zu Moschus ward der Staub, Alle Bäume grünen wieder, Und der Vogel singt im Laub;

Auch den Herd der Tulpen brachte So in Gluth der Frühlingswind, Dass in Schweiss sich Knospen baden, Rosen wie gesotten sind.

Horche nur mit klugem Ohre Und geniesse fort und fort! Rief in's Ohr doch eine Stimme Mir des Morgens dieses Wort.

Nimmer weiss ich, was der Sprosser Mit der freien Lilie sprach, Die, hat sie auch zehn der Zungen, Nimmer doch ihr Schweigen brach.

Darf sich je ein Ungeweihter Einem trauten Kreise nah'n? Gib den Deckel auf den Becher, Denn es kam der Kuttenmann!

Komm zurück von der Zerstreuung, Dass du magst versammelt sein: Denn, wenn Ahriman verschwindet, Tritt der holde Engel ein.

Will ein schönes Wort dir sagen, Doch bring' reinen Wein erst mir: „Schon entfernte sich der Frömmler Und der Weinwirth ist nun hier.“

Aus dem Kloster in die Schenke Lenkt Hafis die Schritte. Ei! Kam vielleicht er zur Besinnung Aus dem Rausch der Gleissnerei?

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