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11.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Vom Zipressenzweig ruft wieder Der geduld'ge Sprosser nun: „Auf dem Angesicht der Rose Soll kein böses Auge ruh'n!“

Doch zum Dank, dass du, o Rose, Prangst als Schönheitskaiserin. Blicke auf verliebte Sprosser Nicht mit eitlem Stolze hin!

Nimmer will ich mich beklagen, Trifft dein Fernsein mich auch hart: Denn, wer nie entfernt gewesen, Freut sich nicht der Gegenwart.

Nur auf Huris und auf Köschke Macht der Frömmler Hoffnung sich; Doch die Köschke seh' in Schenken Und im Freund die Huri ich.

Trinke Wein beim Harfenklange, Und verscheuche Gram und Leid; Sagt man dir, du sollst nicht trinken, So entgegne: „Gott verzeiht.“

Während And're sich ergötzen Bei Gesang und frohem Mahl. Ist der Kummer meiner Liebe Mir ein Wonnecapital.

Warum willst du dich beklagen Über Trennungsgram, Hafis? Wiederseh'n enthält die Trennung, Licht enthält die Finsterniss.

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