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1880

Späte Rosen

Gustav Falke

Jahrelang sehnten wir uns, Einen Garten unser zu nennen, Darin eine kühle Laube steht Und rote Rosen brennen.

Nun steht das Gärtchen im ersten Grün, Die Laube in dichten Reben, Und die erste Rose will Uns all ihre Schönheit geben.

Wie sind nun deine Wangen so blaß, Und so müde deine Hände. Wenn ich nun aus den Rosen dir Ein rotes Kränzlein bände

Und setzte es auf dein schwarzes Haar, Wie sollt ich es ertragen, Wenn unter den leuchtenden Rosen hervor Zwei stille Augen klagen.

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