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1880

Der Schritt der Stunde, wenn du schlaflos liegst

Gustav Falke

Der Schritt der Stunde, wenn du schlaflos liegst, Und die Gedanken sich wie Schwalben jagen, Wenn sehnend du bis an die Sterne fliegst Und leer zurückkehrst, flügellahm, zerschlagen.

Der Schritt der Stunde, wenn du schlaflos liegst, Und aus dem Dunkel starren stumme Klagen, Daß du dich schluchzend in die Kissen schmiegst Und weißt nicht ein und aus. Schon wird es tagen,

Das Leben jauchzt auf tausend hellen Geigen, Du aber hörst nur durch den muntern Reigen, Nachzitternd, dumpf, wohin du fliehen magst, Den Schritt der Stunde, da du schlaflos lagst

Und rangst und fühltest in fruchtlosem Klopfen An Gottes Pforten deine Kraft vertropfen.

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