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1876

An Verschiedene

Gustav Falke

Du da und du – Ihr dünktet euch immer mehr als ich. Du In deinem strammschenkligen Kraftprotzentum,

Ein sogenannter „famoser Kerl“ Bei Weibern und Pferden. Und du, Hundertmal plumper,

Verächtlicher, Geldprotz du! Wenn ihr jene feinen Ohren hättet, Mit welchen wir Dichter alles belauschen,

Welch silberstimmiges Lachen würdet ihr hören, Ein Lachen so leicht, fröhlich, obenhin, Als Antwort auf eure dreisten Ellbogenfragen:

„Siehst du, was für Kerle wir sind?“ Ich sehe es! Aber jener da, Der mit dem überlegenen Lächeln,

Der Schulmeister, Er thut mir leid. Was ist euch Kunst, Wissenschaft, Und jenes unwägbare Geschenk der Götter:

„Geist!“ Ein Nichts! (Doch! Geist liebt ihr: Klapphornverse!)

Aber ihn, Ihn narrten die Götter. Sie gaben ihm Fleiß, Verstand, Gedächtnis, Liebe zum Guten,

Und einen feinfühlenden Finger. Aber sie schlugen ihn mit Kurzsichtigkeit Und gaben ihm nicht Ihr Höchstes:

Phantasie. Nun tappt er umher Und freut sich, Wessen er habhaft wird mit tastendem Finger.

Aber draußen, Wo Schwingen sich weiten, Auftragenden Fluges Phantasiebegabte, leichtere Geister

Mit Sonnenkindern Frage und Antwort spielen: Hier ist er nicht heimisch. Hier fühlt er seinen Mangel Und rümpft die Nase,

Wie hässliche Mädchen Unter schöneren Schwestern Sich gern auf die Überlegenen hinausspielen, Die Gesetzteren,

Innerlicheren. Der Arme! Ihn narrten die Götter, Und Mitleid weckt mir

Sein überlegenes Lächeln, Tiefes Mitleid.

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