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1915

Weltfrühling

Gerrit Engelke

Hell und ziellos strömt mein Geist in die Weiten: Freude grünt überall! Wo ist der Wald, den ich nicht kenne, Wo der Fluß, der mich trenne,

Wo Tag oder Nachtzeiten, Die mich trennen vom All? In manchem Traum Hat mein Herz den Nil befahren;

In Zugvögelscharen Flog meine Wandersehnsucht übermeer Zur Rast in einen Palmbaum. Mein Winterherz war schwer –

Nun liegt mein Haupt in Birmas Reisfeldern, – Meine Füße plätschern im Grundwasser des Belt, – Meine Hände wühlen in Frühlings-Bergwäldern In Norwegen,

Und mein Herz hämmert voll Ursegen Im Zentrum der Welt! Meine Glieder blühen, die Fußwurzeln saugen; Froh bin ich Frühling, stark bin ich Werde?

Ich mag an keinen Gott mehr glauben – Ich hebe meine Grünländer-Stirn! „Ich!“ brandet es in meinem Stromgehirn, „Mein ist die Erde!“

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