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1913

O' Tehura

Gerrit Engelke

Hier sitz ich in dem engen windetreppenhohen Steinstadt-Zimmer. Ich möchte raus aus diesem rohen Straßenleben, diesem Grünzeugmarkt-Gewimmer –

Fort von diesen Tanten, diesem Schwäher – Ich, der lärm- und werkdurchfurchte Europäer, O' Tehura – O' Tehura, weit zu deinem Südseeriffe,

Wo noch Krater in die Wolken brüllen, Wo die Menschen nur in Sonnedunst sich hüllen, Gleiten, gleiten meine weichen Sehnsucht-Schiffe – O' Tehura –

Wenn ich bei dir säße, sagte: sing! Und du zupftest die Zweisaitenlaute: Kling-zum, kling-zum, ping – – Wenn mich vor den bösen Urwelt-Göttern graute,

Vor den flammendgroßen Keulentaten, Vor den Sternfall-Feuersaaten, Die du monoton mir singst – Kling-zum, kling-zum, pings –

O' Tehura – Zuckendsummend rollen Wogen zu mir auf – Sind das nicht die blütenblauen Glitzerwellen? Zuckendsummend brandet Lärm-Gerauf,

Schwere, trübe Tönemasse Aus der dunklen Gasse. – – O' Tehura – Es brodelt schon der Menschen Arbeits-Sorgen:

Es dröhnt und schüttert durch die Straßentiefen, Gierig warten meine Europäersorgen, Die nur nächtlich kurz verschliefen – – O' Tehura –

Manchmal wieder wenn die Stille singt, Wenn der Abend von den Kirchentürmen klingt, Denk ich irgendwo nach Pete, Honga-Sura – Denke ich an dich Korallenketten-Kind,

Bronzebraunes Südsee-Kind, Tehura.

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