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1912

Ich weiß: ich bin ein Leben

Gerrit Engelke

Ueber Wiesen, die am Stadtrand liegen, Geh ich mit erfreuten Sinnen hin, Drosseln schnärren – Wolken fliegen – Im Sausewind rauschen, biegen

Sich die Hecken – grüne Gräser wogen, wiegen – Und es schnärrt und saust und rauscht und wiegt in meinem Sinn: Ich weiß, ich bin, ich bin! Drüben von den hohen Schornsteintürmen flattern

Qualm-Fahnen über meine Lärm-Stadt hin: Menschenvolle Straßenbahnen rattern In der Ferne, Automobile knattern Hart vorbei: es stampft und walzt in meinem Sinn:

Ich weiß, ich bin, ich bin! Aus Lärm und Laub, aus meinem Schritt, aus Wolkenschweben, Aus Millionen Wesen, die mich Mensch umbeben: Verströmt ein frohverwandtes Aufwärtsheben,

Verströmt mir sausend in den Sinn: Ich weiß, ich bin mit euch ein Leben! Ich weiß, ich weiß: ich bin! ich bin! Von nun ab geh ich durch die Häuserstraßen-Enge,

Die übervoll von Schritten, Hufen, Straßenbahn-Gebimmel, Von nun ab geh ich durch die Promenaden-Menschenmenge, Durch das frauen-, früchtebunte Wochenmarkt-Gewimmel, Durch den Wald, durch Baum-Gedränge,

Durch die Morgen-, Mittagsstunden: Wie mit elektrisiertem Leibe hin! Wie mit elektrisiertem Leibe hin! Ich freue mich, daß ich von Leben überall umbunden,

Daß ich zu diesem frohen Stolz gefunden: Ich bin!

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