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1917

Horch: deine Seele

Gerrit Engelke

Vom Vater- und Muttergeist geformt und beschworen, Aus Nachtmeer und Schweigen, aus Wolkenfall-Schicht, Aus dem Schoße des ewigen Kreisens geboren: Fiel ich aufschluchzend stirnlings ins Licht.

Nun bin ich erdereich und bin auch arm: Ich halte Kiesel prüfend in der Hand, Mein Schuh trägt Staub von Werk und Land, Ein Weib ist mir Gefährtin, stark und warm.

Und Volk umspült mich breit im Schreiten – Doch Brot und Milch ist mir nicht mehr als Glück und Harm Und Schlacht und Schlaf nicht mehr als Stundengleiten. Es schwillt der Tag und summt mein Blut,

Was wäre mir nicht atemnah und häuslich gut – Warum nun immer meine Sehnsucht treibt Und nach den Flügeln alle Sinne stürzen? Zu und zu und niemals schlafend bleibt –

Wie nutzlos Tag und Leben sich verkürzen – Brich auf, flieg auf mit hundert Segelwinden! Einmal mußt Du die Heimat wiederfinden, Daraus man Dich ins Leben schuf!

Es wölbt vom Anfang sich der Vater-Ruf Und groß von Mutterewigkeit umfächelt Singt Deine sphärenferne Seele jugendlich Und singt erlöst und glänzt und lächelt

Und wartet nur auf Dich.

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