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1913

Dreizehn Jahre alt

Gerrit Engelke

Wie du im Abendqualm So einfältig an mir vorübergehst, Tauchst du in meinen Gleichmutblick den deinen – Den deinen

Der in dem mageren Gesicht wie eine Frage, Wie feuchter grauer Schimmer schwimmt – O unbewußte Mädchenklage – Dein Auge frägt – dein Auge glimmt –

Du hast so sehnsuchtmagere Glieder, Du trägst noch zartgeflochtene falbe Kinderhaare, Du hast so aufgeschossene Glieder, Du bist wohl dreizehn Jahre alt – schon dreizehn Jahre –

Du trägst das blaugepunkte kurze Kleid Aus Waschkattun, Du gehst in lächerlichen Kinderschuh'n – Du steckst noch ganz in Kindlichkeit,

Doch dein Auge – dein Auge allein.... Doch gehst du wie in trübem Bangen, Doch gehst du so befangen – Ich weiß, es weht der Frühjahrswind –

Die Luft ist dunstigblau, blütenlind – Du möchtest gern dich selbst erlösen – Geh weiter – weiter, kleines blasses Kind –

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