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1918

Apassionata

Gerrit Engelke

Du hast durch Deinen Kuß Mein stromvoll Blut geweckt Und mein Gesicht warm aufgehoben aus dem Tag, Daß mich nun uferlose große Nacht umspült,

Herwehend Glanz und Taumel. Einwiegend Zittern schwillt in meiner Füße Wurzeln, Einströmen lassend Erde und Getön, Und springt aus meiner Kniee Schreiten in die Brust

Zu meerbewegter Melodie, Darin mein Herz, die Orgel rauscht. Nun sich im Takte meine Sohlen heben Und grenzenlos beseeltes Schweben

Die Glieder übergießt: Hab ich die Arme aufgehoben, Und fühl, wie meiner aufgelockten Haare Schopf Die nachtbemalten Wolken streift,

Sternblütenkranz die Stirn umgreift, Und tanze, tanze zu Dir hin! Denn meiner segelwilden Sehnsucht Schauer, All meiner Einsamkeiten Trauer,

Mein hin und her durchflutet Sein, Und nun des selgen Leibes neue Lust: Stürmt fort und fort an Deine Brust, Will nur in Dir geborgen sein.

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