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1914

An die Mutter in Seattle

Gerrit Engelke

Weit übers Meer her schlägt mir, Mutter, Dein Herz entgegen – Wie müssen alle Weiten sich bewegen Vor deinen Herzenswellen.

Dir strömt, immer kindlich und gut, Mein Blut wie am Anfang – Immer wie einst rinnt Durch mich der ewige Klang,

Dein Muttergesang: Du, mein Kind! Schon hebt sich, langsam wandelnd, Die Stunde, die starker Rührung voll,

Uns wieder zueinander bringen soll! Schon zittert Freude durch die Weiten – Schon fühle ich dein Herz herüber gleiten, Mutter –

Bald kommt der Augenblick Voll wunderbarer Strömung, Da ich, ein Kindlein, Mutter, Wieder zu dir sinke –

Freude will in mir lallen – Eine Träne wird fallen – Bald, Mutter, bald!

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