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1904

Alles in Dir

Gerrit Engelke

In Dir, o Mensch, ist alles: In Dir ist der Schlaf und das Wache: In Dir ist die Zeit. Und ohne Dich ist keine Zeit.

In Dir ist die Zeit Und die Fülle der Zeit: Der qualmende Dampfer, Die rollende Bahn,

Der eiserne Lärm Und das Schweigen des Domes. Der Stein und der Mörtel: Das Haus und die Stadt.

In Dir ist die Fülle Des zeitlichen Werkes. In Dir, o Mensch, ist alles: Die mordende Hand

Und das Künstler-Gehirn, – Das ruchlose, stinkende Wort Und das schwellende, schwebende Lied. Die Liebe um Liebe:

Die Liebe der männlichen Stärke Zu weiblicher Weichheit. Und trübe verzehrende Liebe Der Gleichen zu Gleichem.

Ist Beides in Dir: Der Gott und das Böse. In Dir, o Mensch, ist Alles: Das trinkende Ohr

Und der Antworten speiende Mund. Der nehmende Mund Und der scheidende Darm – Der bohrende Keim

Und der schwellende Schoß: Der aufsaugende Anfang, Das ausbrechende Sein. Ist Beides in Dir:

Der schäumende Anfang, Das reifende Ende, Das Ende, Das wieder nur Anfang,

Ist Alles, o Alles in Dir!

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