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1848

Zweiter Aktus

Ludwig Eichrodt

O fürchterliche, schröcklichen Gebüsche Des wildgewachsenen Teutoburger Walds! Ha! Wie es schüttet! Säß ich doch zu Tische! Als wie mit Kübeln kommt mir's auf den Hals.

Der Hagel will mich grimmig steinigen, Ihr römische Götter! Was ist das ein entsetzliches Donnerwetter In diesen schaurigen altdeutschen Hainien?

Du edler Römer, zittre nicht, Glaub, daß sich das Gewitter bricht. Bei uns thuts oft nur so. Wie's grollt!

Das hat mein theurer Kaiser nicht gewollt, Daß seine besten Legionen, Die schönsten Bataillonen Durchnäßt und nahrungslos hier stürben.

Was spielest du den Mürben? Ein Römer, der den Muth verliert? Du hast verrathend uns verführt; Der du dein deutsches Vaterland verrathen,

Verräthst auch so als gründlicher Verräther Du deinen römischen Wohlthäter? Ich bin verkannt, drum wehe mir und Schand! Ich wollte nur das Beste für mein Land.

Du doch verläumdest deinen Muth. Ich sage dir, Segestes, sei so gut, Verbirg in deinen schändlichen Gebürgen Dich unverzüglich, um dich zu erwürgen.

Wolfschluchten, solche bin ich nicht gewohnt, Und heut' scheint nicht einmal der Mond. Lies jeden alten römischen Autoren, Daß Herrmann euch gelockt in diese Mooren,

Nicht ich, nein er, mein Schwiegersohn. Er ist ein Bösewicht, und dieses kommt davon. Nun meinetwegen. Zeis soll ihn verfluchen. Ich will das Eiserste versuchen.

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