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1848

Volkston

Ludwig Eichrodt

In einer Nacht, einer finstern Nacht Hat eine arme Mutter Ihren Buben umgebracht. In einem kalten, vielnassen See

Das Büblein liegt begraben, Thut ihm kein Zahn mehr weh. Du armer Tropf, nun hast du's gut! Die Mutter dankt im Herzen

Der schweigsamen Fluth. Da war ein lauwarmer Wintertag, Am tannengrünen Ufer Das Büblein oben lag.

Ein Waidmann strich im wüsten Wald, Sein Hund begunn zu bellen, Da sah er's Büblein bald. Die Menschen liefen aus der Stadt,

Sie sahn sich die Guckaugen Am Büblein nimmer satt. Das Weib erschrack: nun sag' mir an, Heimtückisches Gewässer,

Was hast du mir gethan? Die Mutter sperrten sie wohl ein. Der See, der hat geschwiegen – Und es könnt' auch anders sein.

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