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1841

Vetterschaft

Ludwig Eichrodt

Nach einer Abendunterhaltung Sah jüngst ich einen alten Herrn, Von unansehnlichster Gestaltung, Der küßt ein Mädchen aus der Fern.

Dann kam er auf sie zugegangen, Die Sitte schien mir äußerst bunt, Und küßte zwischen beide Wangen Sie grad auf ihren rothen Mund.

Das ist ein großes Glück auf Erden, Ein Vetter schöner Basen sein! Ein Vetter möcht ich gerne werden Von also schönen Jungfräulein!

Er ist vorhanden, auszuüben Ein herrlich Privilegium, Er ist schon überm Graben drüben Durch sein behaglich Vetterthum.

Und ist beneidenswerth vor Allen, Denn fällts ihm eben bei, er küßt Die schöne Base nach Gefallen, Gerad weil er der Vetter ist.

Ach! könnt ich auf ein Augenblickchen, Nur manchesmal, zu zweitallein, So ein privilegirtes Stückchen Von einem alten Vetter sein!

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