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1841

Traumglück

Ludwig Eichrodt

Will am Tag mir nicht gelingen, Heiter schön und mild, Vor das Auge herzuzwingen Der Geliebten Bild.

Uebers Antlitz ausgegossen All die Lieblichkeit Bleibt dem innern Blick verschlossen, Und ich bin zerstreut.

Hasch ich auch nach allen Schätzen Der Erinnerung, Ach, sie können nicht ersetzen Des Lebendgen Schwung!

Keine Dichtung gibt ihn wieder Jener Formen Drang, Jener aufgeblühten Glieder Ineinanderklang.

Jene süßen sanften Augen Und den lieben Mund, Alle Phantasien tauchen Nirgends auf den Grund.

Kann die Perle nicht gewinnen Aus der Reize Meer, All Gedächtniß, alles Sinnen Zaubert sie nicht her.

Aber, aber wenn der stille Abend wiederkehrt, Dämmert auf in prächtger Fülle, Was mein Herz begehrt.

Wenn das Dunkel mich umfangen, Schleichet süß und rein In den Traum, den herzensbangen, Die Geliebte ein.

Und sie kommt, um mich zu küssen, Und ihr Kuß berauscht, In des Wiedersehns Genüssen Schwelg ich unbelauscht.

Und sie ist so schön zu schauen, So lebendig warm, So voll Liebe voll Vertrauen Ruht sie mir im Arm!

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