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1848

Geibel's Antheil

Ludwig Eichrodt

Wenn Küsse flüstern durch die Nacht Mit heimlich süßem Weh'n, Und Sterne still in Silbertracht Durch ihren Himmel geh'n,

So ruf' ich, schlafet wohl, jawohl! In Ruh'! Die lieben Aeuglein zu, Die Engel Gottes hüten euch,

Lulu! Wer weinen kann, dem ist so wohl, Gebenedeit ist der, Vom Dünensand bis nach Tyrol

Und wieder bis an's Meer. Auch er schläft wohl, wie ihr, jawohl! In Ruh', Die lieben Aeuglein zu,

Die Engel Gottes hüten euch, Lulu! Entschlafen ist das blaue Meer Und träumend ruht der Kiel,

Und sanft erklingt darüberher Ein gold'nes Saitenspiel. Es singt und klingt, schlaft wohl, jawohl! In Ruh',

Die lieben Aeuglein zu, Die Engel Gottes hüten euch, Lulu! Fahr' wohl, fahr' wohl, fern ferne du!

Die Liebe zieht und scheucht – Ich aber – finde keine Ruh' Die braune Wange feucht ... Doch ihr, o schlaft nur wohl, jawohl!

In Ruh' Die lieben Aeuglein zu, Die Engel Gottes hüten euch, Lulu!

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