Skip to content
1841

Epigonenthum

Ludwig Eichrodt

Was schleppet ihr in müßgen Frohnen Ein Pfündchen zu dem Haufen Gold? Ihr seid und bleibet Epigonen, Ihr mögt euch stellen, wie ihr wollt!

So hör ich unsre Weisen sagen, Und fühle fast, sie haben Recht, Doch nicht sogleich will ich verzagen, Denn auch ein Pfündchen Gold ist ächt.

Doch sei es Gold! Heraufgegraben Tief aus den Schachten des Gemüths Doch goldne Tugend soll er haben Der Klang und Schimmer eures Lieds!

O suchet mehr, als nur zu glänzen, Und denket an ein altes Wort, Wollt ihr bereichern und ergänzen Der Dichtung Nibelungenhort!

Ihr sollt nicht künsteln, nie erheucheln Zum Selbstgenuß ein Herzensfest, Ihr sollt nicht falschen Göttern schmeicheln, Wenn euch die innre Macht verläßt.

Gebt Leidenschaft! euch selbst! so findet Ihr ohne Künste Form und Ton, Glaubt an die Welt, die ihr verkündet! Der Lügner nur ist Epigon.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Epigonenthum · Ludwig Eichrodt · Poetry Cove