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1848

Der Schnapsrausch

Ludwig Eichrodt

Niedrig ist der Rausch des Schnapsoës Und kein Mensch hat Ruhm davon, Johann Raps, des alten Rapsoës Sohn war ein mißrathner Sohn.

Laßt mich tief betrübt erzählen Wie sich Raps verlegt auf's Stehlen Und, wiewohl ihm das verhaßt, Ward im Schnapsrausch abgefaßt.

Eingestellt als Knecht des Hausuës, Schlank, was die Gestalt betrifft, Dient er treu bei Menke Mausuös, Bis ihn reizt das Fuselgift:

Denn in dem Geschäft war dieses Während einer Handelskrises, Im Geschäftslokal des Herrn, Darum naschte Johann gern.

Also kam er viele Monate Mit dem Schnaps des Herrn zurecht, Da mit Bösem Gutes lohnete Raps der hinterlist'ge Knecht.

Und noch eh das halbe Jahr um, Niemand ahnete, wie warum, War, o Schreck, im Fuderfaß Höchstens noch der Boden naß.

Wie Herr Menke Mauses merkete Den abscheulichen Verlurst, Da geschah's, daß er sich ärgerte Ueber solches Diebes Durst;

Ruft die Boten seines Dienstes Bringst es 'raus, sagt Menke, bringst es Raus, wo nicht, so bringst es nicht - Johann, halt' einmal das Licht!

Johann, o Du dummer Teufuêl, Bring' die Flamme nicht vor's Maul, Johann, Du bist's ohne Zweifuêl, Denn der Fusel ist nicht faul,

Schau, er schlägt Dir aus dem Rachen Lichterloh, es ist zum Lachen, Nein, es ist zum Lachen nicht - Mensch, o halte nie das Licht!

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