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1848

1.

Ludwig Eichrodt

Wer unter Racheplänen Bei Tag im Finstern schleicht, Wer seines Nächsten Thränen Auf's Butterbrod sich streicht,

Gleicht der nicht einem Blinden, Der durch sich selbst genarrt Sich weiß zurecht zu finden In keiner Gegenwart?

Wie lange noch will scheinen Der Mond auf Menschenwitz, Wie lange noch soll weinen Verlust um Vollbesitz?

Wie lange noch, o frage Nicht Du noch Du und Du, Es trocknet jede Klage Vor ihrer Thräne zu.

So will ich mich verkriechen In's tiefre Selbst hinab, An Wunderblumen riechen, Die mir der Abgrund gab,

Der Abgrund meiner Seele, Der kühle Herzensschacht, Drin ehmals Gabriele Entfinsterte die Nacht.

Fahr wohl, mein Aberglaube, Leb' wohl, mein blauer Traum! Dem Wehmuthswurm zum Raube Ward meines Lebens Baum.

Ich lebe todt für's Leben, Der Rabe meines Hirns, Was soll ich weiterweben? Die Götter sie verwirrn's.

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