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1788–1857

IiI .

Joseph von Eichendorff

Ich reise über's grüne Land, Der Winter ist vergangen, Hab' um den Hals ein gülden Band, Daran die Laute hangen.

Der Morgen thut ein'n rothen Schein, Den recht mein Herze spüret, Da greif ich in die Saiten ein, Der liebe Gott mich führet.

So silbern geht der Ströme Lauf, Fernüber schallt Geläute, Die Seele ruft in sich: Glück auf! Rings grüßen frohe Leute.

Mein Herz ist recht von Diamant, Ein Blum' von Edelsteinen, Die funkelt lustig über's Land In tausend schönen Scheinen.

Vom Schlosse in die weite Welt Schaut eine Jungfrau runter, Der Liebste sie im Arme hält, Die seh'n nach mir herunter.

Wie bist du schön! — Hinaus, im Wald Gehn Wasser auf und unter, Im grünen Wald sing' daß es schallt, Mein Herz, bleib' frei und munter!

Die Sonne uns im Dunklen läßt, Im Meere sich zu spülen, Da ruh' ich aus vom Tages-Fest Fromm in der rothen Kühle.

Hoch führet durch die stille Nacht Der Mond die goldnen Schaafe, Den Kreis der Erden Gott bewacht, Wo ich tief unten schlafe.

Wie liegt all' falsche Pracht so weit! Schlaf wohl auf stiller Erde, Gott schütz' dein Herz in Ewigkeit, Daß es nie traurig werde!

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