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1788–1857

Frisch auf !

Joseph von Eichendorff

Ich saß am Schreibtisch bleich und krumm, Es war mir in meinem Kopf ganz dumm Vor Dichten, wie ich alle die Sachen Sollte auf's allerbeste machen.

Da guckt am Fenster im Morgenlicht Durch's Weinlaub ein wunderschönes Gesicht, Guckt und lacht, kommt ganz herein Und kramt mir unter den Blättern mein.

Ich, ganz verwundert: „Ich sollt' dich kennen“ — Sie aber, statt ihren Namen zu nennen: „pfui in dem Schlafrock, siehst ja aus Wie ein verfallenes Schilderhaus!

Willst du denn hier in der Tinte sitzen, Schau, wie die Felder da draußen blitzen!“ So drängt sie mich fort unter Lachen und Streit, Mir that's um die schöne Zeit nur Leid.

Drunten aber unter den Bäumen Stand ein Roß mit funkelnden Zäumen. Sie schwang sich lustig mit mir hinauf, Die Sonne draußen ging eben auf,

Und eh' ich mich konnte bedenken und fassen, Ritten wir rasch durch die stillen Gassen, Und als wir kamen vor die Stadt, Das Roß auf einmal zwei Flügel hatt',

Mir schauerte es recht durch alle Glieder: „mein Gott, ist's denn schon Frühling wieder?“ — Sie aber wies mir, wie wir so zogen, Die Länder, die unten vorüberflogen,

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