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1822

Erwartung

Joseph von Eichendorff

O schöne, bunte Vögel, Wie singt ihr gar so hell! O Wolken, luft'ge Segel, Wohin so schnell, so schnell?

Ihr alle, ach, gemeinsam Fliegt zu der Liebsten hin, Sagt ihr, wie ich hier einsam Und voller Sorgen bin.

Im Walde steh und laur ich, Verhallt ist jeder Laut, Die Wipfel nur wehn schaurig, O komm, du süße Braut!

Schon sinkt die dunkelfeuchte Nacht rings auf Wald und Feld, Des Mondes hohe Leuchte Tritt in die stille Welt.

Wie schauert nun im Grunde Der tiefsten Seele mich! Wie öde ist die Runde Und einsam ohne dich!

Was rauscht? – Sie naht von ferne! – Nun, Wald, rausch von den Höhn, Nun laß Mond, Nacht und Sterne Nur auf- und untergehn!

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