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1814

Die zwei Gesellen

Joseph von Eichendorff

Es zogen zwei rüst'ge Gesellen Zum erstenmal von Haus, So jubelnd recht in die hellen, Klingenden, singenden Wellen

Des vollen Frühlings hinaus. Die strebten nach hohen Dingen, Die wollten, trotz Lust und Schmerz, Was Rechts in der Welt vollbringen,

Und wem sie vorübergingen, Dem lachten Sinnen und Herz. – Der erste, der fand ein Liebchen, Die Schwieger kauft' Hof und Haus;

Der wiegte gar bald ein Bübchen, Und sah aus heimlichem Stübchen Behaglich ins Feld hinaus. Dem zweiten sangen und logen

Die tausend Stimmen im Grund, Verlockend' Sirenen, und zogen Ihn in der buhlenden Wogen Farbig klingenden Schlund.

Und wie er auftaucht' vom Schlunde, Da war er müde und alt, Sein Schifflein das lag im Grunde, So still war's rings in die Runde,

Und über die Wasser weht's kalt. Es singen und klingen die Wellen Des Frühlings wohl über mir; Und seh ich so kecke Gesellen,

Die Tränen im Auge mir schwellen – Ach Gott, führ uns liebreich zu dir!

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Die zwei Gesellen · Joseph von Eichendorff · Poetry Cove