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1788–1857

Die wunderliche Prinzessin.

Joseph von Eichendorff

Weit in einem Walde droben Zwischen hoher Felsen Zinnen, Steht ein altes Schloß erhoben, Wohnet eine Zaub'rin drinne.

Von dem Schloß, der Zaub'rin Schöne Gehen wunderbare Sagen, Lockend schweifen fremde Töne Plötzlich her oft aus dem Walde.

Wem sie recht das Herz getroffen, Der muß nach dem Walde gehen, Ewig diesen Klängen folgend, Und wird nimmer mehr gesehen.

Tief in wundersamer Grüne Steht das Schloß, schon halb verfallen, Hell die gold'nen Zinnen glühen, Einsam sind die weiten Hallen.

Auf des Hofes stein'gem Rasen Sitzen von der Tafelrunde All' die Helden dort gelagert, Ueberdeckt mit Staub und Wunden.

Heinrich liegt auf seinem Löwen, Gottfried auch, Siegfried der Scharfe, König Alfred, eingeschlafen Ueber seiner gold'nen Harfe.

Don Quixot' hoch auf der Mauer Sinnend tief in nächt'ger Stunde, Steht gerüstet auf der Lauer Und bewacht die heil'ge Runde.

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