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1788–1857

Die Spielleute .

Joseph von Eichendorff

Frühmorgens durch die Klüfte Wir blasen Victoria! Eine Lerche fährt in die Lüfte: „die Spielleut' sind schon da!“

Da dehnt ein Thurm und reckt sich Verschlafen im Morgengrau, Wie aus dem Traume streckt sich Der Strom durch die stille Au,

Und ihre Aeuglein balde Thun auf die Bächlein all', Im Wald, im grünen Walde Das ist ein lust'ger Schall!

Das ist ein lust'ges Reisen, Der Eichbaum kühl und frisch Mit Schatten, wo wir speisen, Deckt uns den grünen Tisch.

Zum Frühstück musiziren Die muntern Vögelein, Der Wald, wenn sie pausiren, Stimmt wunderbar mit ein,

Die Wipfel thut er neigen, Als gesegnet' er uns das Mahl, Und zeigt uns zwischen den Zweigen Tief unten das weite Thal.

Tief unten da ist ein Garten, Da wohnt eine schöne Frau, Wir können nicht lange warten, Durch's Gitterthor wir schau'n,

Wo die weißen Statuen stehen, Da ist's so still und kühl, Die Wasserkünste gehen, Der Flieder duftet schwül.

Wir ziehn vorbei und singen In der stillen Morgenzeit, Sie hört's im Traume klingen, Wir aber sind schon weit.

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