Skip to content
1788–1857

Der Dichter .

Joseph von Eichendorff

Nichts auf Erden nenn' ich mein, Als die Lieder meiner Laute, Doch nenn' den, der freud'ger schaute In die schöne Welt hinein!

Alles Lebens tiefste Schöne Thun geheimnißvoll ja Töne Nur dem frommen Sänger kund‚ Und

Die Gott wunderbar gelegt In des Dichters Herzensgrund. Wenn die Welt, so wild bewegt, Aengstlich schaut nach ihren Rettern:

Ueber aller Nebel Wogen Wölbt Er kühn den Friedensbogen‚ Und‚ wie nach verzog'nen Wettern, Rauscht die Erde wieder mild;

Alle Knospen Blüten treiben; Und der Frühling ist sein Haus‚ Und O du lieblich Frauenbild!

Willst Du bei dem Sänger bleiben? — Blumen bind't ein streng Geschick: Wenn die tausend Stimmen singen‚ Alle Schmerzen, alles Glück

Ewig lautlos zu verschweigen. Doch bei kühlem Mondenblick Regt ihr stiller Geist die Schwingen‚ Möcht' dem duft'gen Kelch entsteigen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Dichter . · Joseph von Eichendorff · Poetry Cove