Skip to content
1808

An den heiligen Joseph

Joseph von Eichendorff

Wenn trübe Schleier alles grau umweben, Zur bleichen Ferne wird das ganze Leben, Will Heimat oft sich tröstend zeigen; Aus Morgenrot die goldnen Höhen steigen,

Und aus dem stillen, wundervollen Duft Eine wohlbekannte Stimm hinüberruft. Du warst ja auch einmal hier unten, Hast ew'ger Treue Schmerz empfunden;

Längst war Maria fortgezogen, Wie einsam rauschten rings die dunklen Wogen! Da breitet oben sie die Arme aus: Komm, treuer Pilger, endlich auch nach Haus!

Seitdem ist wohl viel anders worden, Treulieb auf Erden ist ausgestorben. Wem könnt ich's, außer dir, wohl klagen, Wie oft in kummervollen Tagen

Mein ganzes Herz hier hofft und bangt, Und nach der Heimat immer fort verlangt!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
An den heiligen Joseph · Joseph von Eichendorff · Poetry Cove