Skip to content
1809

10.

Joseph von Eichendorff

Durchs Leben schleichen feindlich fremde Stunden, Wo Ängsten aus der Brust hinunterlauschen, Verworrne Worte mit dem Abgrund tauschen, Drin bodenlose Nacht nur ward erfunden.

Wohl ist des Dichters Seele stumm verbunden Mit Mächten, die am Volk vorüberrauschen; Sehnsucht muß wachsen an der Tiefe Rauschen Nach hellerm Licht und nach des Himmels Kunden.

O Herr! du kennst allein den treuen Willen, Befrei ihn von der Kerkerluft des Bösen, Laß nicht die eigne Brust mich feig zerschlagen! Und wie ich schreibe hier, den Schmerz zu stillen,

Fühl ich den Engel schon die Riegel lösen, Und kann vor Glanze nicht mehr weiterklagen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
10. · Joseph von Eichendorff · Poetry Cove