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1900

O Sonne

Theodor Däubler

O birg in kühnem Leben Sonnenstunden, Dein Wesen bleib um Wonne hold in Sorgen; Die Sonne schenkt sich fordernd: borg zu borgen, Laß eignen Überschwang durch Gold umrunden!

Wie froh gekühlte Sommermonde munden! In Weinesröte loht ein stolzer Morgen Der ewigen Erwachtheit traut geborgen: Sein Tag in uns singt alte Sonnenkunden.

O Sonne, meine Seele sei ein Garten, Berühre sacht der Triebe zartes Sprühen: Ein Mensch ist lenzgewohnt, weil voll Erwarten! O Sonne, weil behutsam um mein Mühen:

Wir fühlen freudig ferne Feuerfahrten, Die, fruchtbar durch den Geist, für dich erglühen!

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