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1900

Die Au

Theodor Däubler

Die Apfelbäume blühen sanft wie Wangen: Im Winde lachen Knaben vom Geäst; Die kleinen Nackten suchen laut ein Nest Und legen Eilein unters Blütenprangen.

Behutsam gleicht, ihr Zweige, dem Verlangen Nach Blättersamt ums Blumen-Seidenfest; Ihr winkt, an euch in zarter Pracht gepreßt, Den Bäumchenherzlein in ergrüntem Bangen.

Bei schweigender Zypresse kennt das Kommen Erhorchter Tochter Demeter und lauscht Dem Pochen ihres Herzens froh-beklommen: Oh, wenn sich Laub aus tausend Ästen bauscht!

Das goldne Knospenklimmen bleib verglommen, Am Blau hat sich die laue Au berauscht!

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Die Au · Theodor Däubler · Poetry Cove