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1900

Der Garten

Theodor Däubler

Das Mittagsblau durchfrischt der Hauch von Firnen. Ein Schwanenbild schwebt wolkenweich dahin. Wem kämen Lichterherzen in den Sinn? Auf See hält sie der Wind an Silberzwirnen.

Wohl blüht die Sehnsucht uns nach kühlen Birnen; Der Zweige keuscher Schmuck zeigt Lenzbeginn: Blauäugelnd merkt erfreute Bäuerin Des Gartens Glanz aus winzigen Gestirnen.

Bemühtes Suchen summen uns die Bienen; Ihr Birnenblütenberg bleibt duftbewebt, Wie Baumgewölk verflockt ein Korbkomet! Vielleicht ist Kore wunderhold erschienen?

Ob ihr – besorgt – die Tierlein goldig dienen? Sie schwärmen kindhaft einer Königin Gebet.

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Der Garten · Theodor Däubler · Poetry Cove