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1900

An die Heimat

Theodor Däubler

Geliebte Heimat, bleiches Bild im Winde, Olivenhain in der Zypressen Hut, Beseeltes Meer, so voll Bestürmungsglut, Betrau mit Wohllaut mich – zum Angebinde,

Dem eingehändigten dir, fremden Kinde! Du sinnst wie eine Mutter, leuchtend, gut; Italia, dirzu strahlt der Stern im Blut, Sein Hoffen blickt dich an, so bleib gelinde!

Zu hoher Sonne sprossen meine Triebe. Gesund im Süden, steh ich stark an Wuchs: Blieb Süße auch Besinnung bloß an Liebe! Gelänge mir, als Zier des Krönungsschmucks,

Der hell auf deinen schwarzen Flechten ruht, Ein Lied, voll Funkelglut, durch dunklen Mut!

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An die Heimat · Theodor Däubler · Poetry Cove